„Eine Rose wächst nicht dadurch, dass man an ihr zieht.“
So oder so ähnlich könnte ein Gärtner sagen, wenn er charakterisieren möchte, was seine Arbeit nicht ausmacht.
Stattdessen würde er vielleicht betonen, wie wichtig es ist, die Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum der Rose zu sichern, also darauf zu achten, dass genügend Nährstoffe im Boden sind, Feuchtigkeit, Außentemperatur und Sonnenlicht angemessen sind, sie genügend Platz hat usw.


Es leuchtet unmittelbar ein, dass die Blume das Wachsen an sich selbst steuert gemäß ihrer ureigenen genetischen Ausstattung, die bereits im Samenkorn angelegt ist.
Bei weniger guten Umweltbedingungen wächst die Rose gemäß ihrer Anlage so gut es eben geht, kommt vielleicht nicht voll zur Entfaltung, bleibt aber die Blume, die sie ist.
Dagegen wird eine Rose auch dann nicht zu einer Tulpe, wenn der Gärtner ihr die optimalen Rahmenbedingungen für Tulpenwachstum schafft. Wenn der Gärtner die Seitentriebe der Rose abschneidet, verhält sie sich selbstregulativ, indem sie die dadurch verlorengegangenen Wachstumspotentiale mit einem vermehrten Größenwachstum zu kompensieren versucht.
Ganz ähnlich ist das Bild vom Menschen in der humanistischen Psychologie, das der Ausbildung zugrunde liegt.