Was ist Humanistische Psychotherapie?
Die Humanistische Psychotherapie ist kein einheitliches Psychotherapieverfahren, sondern versteht sich als grundlegende Haltung und  Menschenbild verschiedener psychotherapeutischen Ansätze.
Gemeinsam ist ihnen die Anerkennung und Unterstützung der Fähigkeiten zur Selbstregulation des Klienten, die getragen wird von einem kongruenten Beziehungsangebot. Dieses ist geprägt von unbedingter Wertschätzung der Person, einfühlendem Verstehen der inneren Erlebenswelt des Klienten sowie einer authentischen Haltung des Therapeuten. Das Ziel ist die verbesserte Selbstwahrnehmung, vermehrte Authentizität, Entfaltung eigener Potentiale und eine größere innerer Freiheit bzw. Wahlfreiheit.

Zu den humanistischen Psychotherapieverfahren zählen unter anderem die Gesprächspsychotherapie, die Gestalttherapie, das Psychodrama, verschiedene körperorientierte Verfahren und  humanistisch-systemische Ansätze.

Die grundlegende Orientierungen von Humanistischen Psychotherapieverfahren sind:
Beziehungsorientierung – Die Gestaltung der therapeutischen Beziehung ist grundlegend für die Entfaltung der Potentiale von Klienten. Erst wenn der Klient sich sicher und tief verstanden fühlt, können Selbsterhaltungstendenzen abgelöst werden durch eine vermehrte Selbstexploration, die einfühlsam begleitet wird.
Hier-und-Jetzt-Orientierung – Prozessorientierung – Die Begleitung der aktuellen inneren Erlebensprozesse ist entscheidend für das Persönlichkeitswachstum von Klienten, nicht erlebensferne kognitive Theorien zu Sachverhalten aus Vergangenheit oder Zukunft. Es gibt keine Selbstkonzeptänderung ohne emotionale Beteiligung!
Phänomenologische Orientierung – hermeneutisches Verstehen – Der Klient kann nur mit Phänomenen umgehen, die zumindest am Rande der Gewahrwerdung erfahrbar bzw. bewusst sind. Die achtsame Wahrnehmung und der Erkundungsprozess der tieferen persönlichen Bedeutung dieser Phänomene werden vom Psychotherapeuten empathisch mit vollzogen und begleitet.